FAQ zur ZQEP

Häufig gestellte Fragen zur Weiterbildung Zusatzqualifikation „Prozessorientierte Methoden der Erlebnispädagogik“ (ZQEP)


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Was ist das Besondere an eurer Weiterbildung?

In unserer Weiterbildung gibt es zwei Schwerpunkte. Zum einen wirst du nach der Weiterbildung in der Lage sein, komplexe erlebnispädagogische Prozesse zu begleiten: Von konkreten pädagogischen Zielen ausgehend über die Wahl und Ausgestaltung der geeigneten erlebnispädagogischen Medien bis hin zu tiefgründigen moderierten Reflexionsrunden, die für eine echte Weiterentwicklung deiner Zielgruppe sorgen. Der zweite Schwerpunkt liegt in der Kunst, passend, souverän und mit einem systemischen Blick anzuleiten und zu moderieren. Die Entwicklung dieser Kompetenzen geht nicht an einem Wochenende. Deshalb ist unsere Weiterbildung die mit Abstand umfangreichste in unserer Region. Du lernst nicht nur verschiedene Methoden kennen, sondern wirst dich auch in deinen persönlichen Kompetenzen weiterentwickeln.

Warum dauert die ZQEP so lang?

Unsere Weiterbildung erstreckt sich über insgesamt 33 Weiterbildungstage, das ist mehr als bei manch anderen Anbietern. Dir gibt das die Möglichkeit, wirklich tief in das Feld der Erlebnispädagogik einzutauchen. Da wir viel Wert auf die Entwicklung des eigenen Standings als Anleiterin und Anleiter legen, wirst du schon im Laufe der Weiterbildung immer wieder selbst kleinere und größere Settings gestalten, anleiten, reflektieren und persönliches Feedback bekommen – alles im schützenden Rahmen der Weiterbildungsgruppe. Beispielsweise gute Gesprächsrunden moderieren zu können – das braucht viel Übung und diese Zeit nehmen wir uns. Ohne die Fähigkeit, eine tief gehende Reflexion anleiten und einen intensiven Entwicklungsprozess gestalten zu können, kannst du später vielleicht Erlebnis-Hopping und Events anbieten, aber keine echte Erlebnispädagogik.

Welche erlebnispädagogischen Medien kann ich nach der Weiterbildung anwenden?

Uns ist wichtig, dass alle Medien in unserer Region gut einsetzbar sind – und das ohne viel zusätzliches fachsportliches KnowHow und ohne Materialschlacht. Folgende Medien werden in der Weiterbildung kennen gelernt und geübt: Floßbau und Floßtour, Trekking, Kooperative Abenteuerspiele und Teamaufgaben, Kanutour, Kochen am Feuer, Biwakieren, Einfach leben, niedrige Seilaufbauten und Bogenschießen. Was wir nicht vermitteln: Hochseilgarten, Klettern, Bergtouren und Segeln. Aber: Unsere Medien sind immer nur Mittel zum Zweck – nämlich einem guten erfahrungsorientierten Entwicklungsprozess der Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen, mit denen du erlebnispädagogisch arbeiten möchtest. Und wenn du dafür andere Medien nutzen willst, kannst du dieses Wissen direkt auf diese übertragen. Den fachsportlichen Schein – falls nötig – kannst du einfach bei passenden Fach-Anbietern machen.

Warum ist die ZQEP so teuer?

Unsere Weiterbildung ist umfangreich, nämlich 33 Weiterbildungstage. Unsere Weiterbildung ist dadurch deutlich tiefer gehend, du kannst hinterher einfach mehr. Und: Bei uns sind die Kosten für Übernachtung und Verpflegung bereits im Preis enthalten. Wenn du das bei anderen Anbietern dazu rechnest, relativiert sich der Preis ganz schnell. Vergleiche das gern. Auf den einzelnen Weiterbildungstag bezogen sind wir dann doch ziemlich günstig.

Wie schwer ist die Prüfung?

Zum Erwerb des Zertifikates des Bundesverbandes gehört ein eigenes Praxisprojekt, eine schriftliche Reflexion dessen und ein Kolloquium – eine Art Fachgespräch. Das ist schon ein gewisser Anspruch, denn du wirst nachweisen, dass du die Erlebnispädagogik wirklich „verstanden“ hast. Aber in unserer Weiterbildung lernst du alles, was dafür nötig ist und wirst von uns durch Feedback und Coaching dabei unterstützt. Keine Angst davor, das klingt vielleicht komplizierter, als es dann nach den vielen Weiterbildungsmodulen ist.

Kann ich das Praxisprojekt auch direkt bei euch umsetzen?

Unsere Erfahrung ist, dass ein komplett selbst gestalteter Prozess für die eigene Weiterentwicklung am ergiebigsten ist – und das soll das Praxisprojekt bieten. Im Einzelfall könnte es auch bei unseren eigenen Trainings und Seminaren mal die Möglichkeit für ein Praxisprojekt geben, aber auch dann ist die Auftragsklärung und Programmentwicklung eine Aufgabe im Rahmen des Praxisprojektes. Eine Umsetzung bei uns selbst ist also nicht die Regel, wir unterstützen aber gern mit Tipps und Empfehlungen beim Finden eines passenden Projekts.

Was kann ich nach der ZQEP?

Nach Abschluss der ZQEP wirst du in der Lage sein, komplette erlebnispädagogische Lernprozesse zu gestalten. Zielfindung, Programmgestaltung, souveräne Anleitung, tiefgründige Reflexion – die Kompetenzen dazu hast du dann erworben. Und du kannst sie auf alle möglichen Medien übertragen – auch auf Medien außerhalb der Erlebnispädagogik, wie z.B. Musikinstrumente bauen, Kunstprojekte, indoor Kochaktionen, Zirkus, Bauprojekte und ähnliches.

Was du noch kannst: Du kannst dich als zertifizierte/r Erlebnispädagog:in bei vielen Anbietern bewerben oder dir freiberuflich eine Existenz aufbauen.

Kann ich bei euch auch einen Kletterschein machen?

Wir bieten keinen „Kletterschein“ an. Unserer Meinung nach ist dieses Medium ziemlich zeit- und materialaufwendig, stark auf einzelne Teilnehmende fokussiert und für den pädagogischen Prozess der Gruppe oft nicht so richtig ergiebig. Du lernst aber alles, um auch dies prozessorientiert in deine Angebote einbauen zu können. Den „Schein“ machst du besser bei den Fachverbänden. Die können das einfach viel fundierter. Dafür sind wir Spezialisten für die Gestaltung eines systemischen erfahrungsorientierten Entwicklungsprozesses. Was du allerdings bei uns kennen lernst, sind Aufbau und Nutzung von mobilen Niedrigseilaktionen.

Kann ich andere Seminare und Weiterbildungen anrechnen lassen?

Alle Weiterbildungen unterscheiden sich im thematischen Aufbau. Auch bei uns werden Inhalte aus einem Modul im nächsten weitergeführt. Insofern ist es schwierig, einzelne Teile einfach weg zu lassen. Außerdem ist das Lernen in einer festen Weiterbildungsgruppe, die auch in sich alle gruppendynamischen Phasen abbildet, ein Bestandteil unseres Konzeptes. Deshalb ist ein Anrechnen aus anderen Seminaren in der Regel nicht möglich.

Wie kann ich die Weiterbildung fördern oder unterstützen lassen?

Viele Bundesländer bieten Förderprogramme an. Die Programme ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich sehr. Aber es lohnt sich sehr, sich dazu beraten zu lassen, vielfach steht dir eine Beratung dazu auch zu. Die dazu nötigen Schritte findest du für dein Bundesland schnell im Netz.

Wie kann ich mich am besten für so viele Tage der Weiterbildung freistellen lassen?

Der Anspruch auf Bildungsurlaub ist gesetzlich geregelt. Es handelt sich hierbei um zusätzlichen Urlaub für den Zweck des Besuchs von anerkannten Bildungsveranstaltungen. Unsere Weiterbildung ZQEP wurde bislang von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin anerkannt. Mit dieser Bescheinigung kannst Du bei Deinem Arbeitgeber eine Bildungsfreistellung beantragen. Allerdings muss Dein Arbeitgeber seinen Sitz in Berlin haben, da für die Anerkennung auf Bildungsurlaub stets die Bedingungen des Bundeslandes gelten, in dem der Sitz des Arbeitsgebers liegt. Da es sich um eine Anerkennung der Hochschule handelt, liegt die Bewilligung hierfür im Ermessen Deines Arbeitgebers. Wir arbeiten aktuell an den Bewilligungen des Berliner Senats, um eine verbindliche Bescheinigung zu erhalten, sowie an der Anerkennung durch das MBJS für das Bundesland Brandenburg. Der Anspruch auf Bildungsurlaub ist begrenzt auf 10 Tage innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren. Weiterführende Informationen, auch zu den Unterschieden in den einzelnen Bundesländern, findest Du unter: https://www.bildungsurlaub.de/infos

Was bedeutet die Kooperation mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen? Welche Rolle spielt das bei den Inhalten?

Unser Curriculum wurde mit der Hochschule abgestimmt, sie bescheinigt die hohe Qualität durch die Vergabe von 15 Credits bei Abschluss der Weiterbildung. Diese können von Hochschulen für Masterstudiengänge, im Einzelfall ggf. auch für Bachelorstudiengänge angerechnet werden.

Wichtig für die Kooperation mit der KHSB ist ihr Selbstverständnis als weltanschaulich offene Einrichtung. Nicht die Vermittlung „katholischer Inhalte“ steht im Zentrum, sondern das Ziel, Orte in Studium und Weiterbildung zu schaffen, an denen sich wissenschaftlich fundiert und ethisch reflektiert mit den humanen Grundlagen unserer Gesellschaft auseinandergesetzt wird.

Kann ich die Weiterbildung unterbrechen und später beenden?

Ideal ist es, die Weiterbildung am Stück durchzuziehen. Das Lernen in der gleichen Weiterbildungsgruppe bietet einen vertrauten Rahmen und wir können Themen von Modul zu Modul weiterführen. Sollte etwas dazwischenkommen, das eine Unterbrechung erfordert, ist ein späterer Wiedereinstieg allerdings in der Regel unproblematisch.

Bietet ihr Ratenzahlung an?

Ja, eine Ratenzahlung kann vereinbart werden. Die Details vereinbaren wir bei Abschluss des Weiterbildungsvertrages.

Was für ein Zertifikat bekomme ich?

Du bekommst ein Zertifikat mit dem Titel „Erlebnispädagoge / Erlebnispädagogin“, zertifiziert vom Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik e.V., das ist der Fachverband der Erlebnispädagog*innen in Deutschland. Wenn du keine pädagogische GrundWeiterbildung (z.B. als Erzieher*in oder Sozialpädagog*in o.ä.) vorweisen kannst, erhältst du ein Zertifikat mit dem Titel „Erlebnispädagoge/ Erlebnispädagogin GQ“, das bedeutet Grundqualifikation. Zusätzlich werden dir von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin 15 Credits bescheinigt, die du bei einem postgradualen Studium anrechnen lassen kannst. Solltest du nicht zum Kolloquium antreten, nicht bestehen oder die zusätzlichen Nachweise nicht vorlegen (z.B. Nachweis über Erste-Hilfe-Schulung, Nachweis über Hospitationstage) erhältst du eine Teilnahmebescheinigung. Sobald alle Nachweise vorliegen und das Kolloquium erfolgreich absolviert wurde, wird das Zertifikat ausgestellt. Inhalte und Stundenumfang der Weiterbildung werden auf Teilnahmebescheinigung und Zertifikat mit ausgewiesen.

Kann ich nach Abschluss der ZQEP auch mit Erwachsenen arbeiten, z.B. in der Teamentwicklung?

Unbedingt, die Methoden sind ja zu einem großen Teil die gleichen. Domizil Leuchtturm als Träger der Weiterbildung hat langjährige Erfahrungen in der Jugendhilfe mit teilweise richtig anspruchsvollen Settings – oft verbunden mit echter Erlebnispädagogik. Die Referent*innen der Weiterbildung haben daneben aber auch viel Erfahrung in der Arbeit mit Teams, Fach- und Führungskräften und ganzen Organisationen – und bringen das auch mit ein. Viele unserer Absolvent*innen haben sich im Anschluss selbstständig gemacht und arbeiten auch mit Erwachsenen in unterschiedlichen Settings.

Muss das sein – ein Onlinemodul? Ich möchte doch outdoor arbeiten!

Unser Herz schlägt outdoor – ohne Zweifel. Und doch wird es in der Praxis Situationen geben, wo es den Bedarf nach einem Online-Angebot oder einem hybriden Programm (mit online- und live-Teilnehmenden) gibt. Mindestens die Auftragsklärung findet mittlerweile oft online statt. In diesen Fällen nicht hilflos zu sein, sondern auch da souverän agieren zu können, ist eine echte zusätzliche Kompetenz. Ob du es später anwenden wirst, entscheidest ja du.

Noch ein Argument: Wenn dir online so gar nicht liegt, wird dieses Modul vielleicht eine Art Grenzerfahrung für dich. Genauso, wie wir vielleicht z.B. von Jugendlichen erwarten, dass sie plötzlich am Feuer ihr Abendessen kochen oder uns in die Wildnis folgen. Die wünschen sich das auch nicht immer und insofern ist diese Erfahrung gut übertragbar. Und keine Angst! Wildnisleben und Outdoor-Kompetenzen spielen in unserer Weiterbildung eine viel wichtigere Rolle.

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